Andacht - Bekenntiss (CA)
Einige der Jüngeren von uns haben am 25.06.2010 dem ersten Todestag von Michael Jackson gedacht. Es war eine große Meldung in den Radionachrichten und es liefen einige Interviews mit Fans. Eine Frau sagte, dass Michael Jackson sie immer begleitet habe und ihr viel Trost durch seine Lieder gespendet hat. Besonders in Zeiten wo es ihr schlecht ging. Sie habe das Gefühl, ihm etwas zurück geben zu müssen und das tut sie durch ihre Trauer. Sie bekannte sich aus ganzem Herzen dazu, ein Fan Michael Jacksons zu sein.
Für alle Evangelischen unter uns ist der 25.06. aber schon wesentlich länger ein wichtiger Gedenktag: Wir gedenken da, sogar mit einem Gottesdienst, an die Unterzeichnung der Confessio Augustana (Augsburger Bekenntnis) im Jahre 1530. Sie ist bis heute das grundlegende Bekenntnis der evangelischen Christen zu dem, was sie glauben. Ein Text, der trotz seiner alten Sprache wirklich lesenswert ist! (z.B. im Gesangbuch)
Für sehr viele Menschen hat diese Bekenntnisschrift ihr Leben grundlegend verändert. Diese Bekenntnisschrift wurde dem Kaiser vorgetragen und hatte somit auch politisches Gewicht. Sie führte dazu, dass es nun klare Religionsteilungen, auch auf politischer Ebene gab. Die Adligen, die diesem Bekenntnis zustimmten, bildeten später den Schmalkaldischen Bund. Der Predigttext für diesen Gedenktag steht in Mt. 10,26-33.
Er ermutigt uns unseren Glauben öffentlich weiter zu erzählen.
Er sagt uns, dass Gott uns sehr gut kennt und wir für ihn unendlich wertvoll sind. Er zeigt uns auch die Wichtigkeit unserer Bekenntnisse auf. In Vers 32+33 steht: „Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.“
Es ist also nicht egal, was wir bekennen. Es hat Bedeutung!
Ich höre sehr viele öffentliche Bekenntnisse wenn ich derzeit in der Stadt unterwegs bin, Radio höre oder fernsehe. Bekenntnisse zu Michael Jackson oder „Ich liebe deutsche Land“-Gesänge nach Ereignissen wie dem ESC-Sieg von Lena oder dem 4:1 Sieg der deutschen Nationalelf gegen England im Achtelfinale der Fußball-WM. Diese Bekenntnisse sind laut, öffentlich und voller Stolz. Und auch ich stimme in das Eine oder Andere dieser Bekenntnisse mit ein. Sie sind Ausdruck unserer Freude und das ist gut so!
Ich erlebe aber auch, dass unsere Bekenntnisse über unseren Glauben anders aussehen. Selten erlebe ich Menschen die mit Freude das Glaubensbekenntnis im Gottesdienst sprechen. Dabei ist auch dieser Inhalt Grund zu euphorischer Freude!
Also, lasst uns Mut haben mit Freude unseren Glauben zu bekennen!
Euer Benjamin Seiler

